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JU-JUTSU

Schriftzeichen für Ju... und Jutsu...Ju-Jutsu ist ein modernes, offenes Selbstverteidigungssystem für die Praxis des täglichen Lebens sowie klassische Kampfkunst in einem.

Bis vor einigen Jahren war Ju-Jutsu als Dienstpflichtfach Ausbildungsinhalt aller deutschen Polizeien, der Justiz (Strafvollzug) sowie des Zolls. Heute wird in diesen Bereichen kein "reines" Ju-Jutsu mehr unterrichtet, sondern "waffenlose Selbstverteidigung", die allerdings im Wesentlichen aus Ju-Jutsu besteht, wobei eher "sportliche" Elemente wegfallen und andere praxisgerechtere Techniken hinzukommen. Ein Beispiel hierfür ist etwa das "Fangen" eines Schlages, dass zwar eine schöne sportliche Übung ist, aber in der Praxis nicht funktionieren würde. Ju-Jutsu hat in diesen Bereichen vor allem deswegen eine hohe Verbreitung, weil es durch sein offenes Konzept viele Techniken aus anderen Systemen beinhaltet. Durch Erfahrungen aus der Praxis (vorwiegend aus dem Polizei- und Strafvollzugsalltag) wurde Ju-Jutsu mehrmals überarbeitet und bietet ein System, mit der eine jederzeit angepasste Selbstverteidigung möglich sein soll. In nahezu allen Vereinen sind dem zu Folge entsprechende Amtsträger zu finden. Der deutsche Ju-Jutsu Verband veranstaltet regelmäßig Lehrgänge und Seminare für Angehörige dieser Berufsgruppen.

Es wird nicht vom Angriff ausgegangen, sondern basiert hauptsächlich auf Selbstverteidigungstechniken. Jede Verteidigungstechnik ist gegen mehrere Angriffsarten anwendbar und durch beständiges Üben werden die Bewegungsabläufe automatisiert. In Kombinationen können die Techniken dann sinnvoll verbunden und in der freien Verteidigung gegen freie Angriffe zur echten Kunst der Selbstverteidigung perfektioniert werden. Bei dieser Methode wird bereits mit einer kleinen Auswahl von Verteidigungstechniken von Anfang an ein größtmöglicher Nutzeffekt durch variable Anwendung erzielt.

Grundsäulen im Ju-Jutsu:

Die drei ältesten Budosportarten und damit die Grundsäulen im Ju-Jutsu sind: Aikido, Judo und Karate. Aus jeder dieser Kampfkünste wurden die für das System Ju-Jutsu besten Techniken vereint:

  • Aikido - Hebel- und Wurftechniken,
  • Judo - Fall-, Wurf- und Bodentechniken,
  • Karate - Schläge und Tritte.

Durch die Reformierung des Prüfungsprogramms im Jahr 2000 sind über die drei oben genannten Grundsäulen hinaus, effektive Techniken aus Kampfsportarten wie Kick- oder Thaiboxen, Kali-Arnis-Escrima, Wing Chun, Ringen, Jiu-Jitsu usw. aufgenommen worden. Beispielsweise wurde die Messer- und Stockabwehr zum Großteil den philippinischen Kampfkünsten entnommen. Ebenso sollte erwähnt werden, dass seit dem Jahr 2000 zwei Verbände im Streit liegen, wer das bessere JJ-System hat (DJJV gegen DDK), obwohl der Ursprung der gleiche ist. Sowohl im einen als auch im anderen Verband werden jedes Jahr gute Techniken hinzugefügt, ein guter Meister sollte dies tun.

Die Techniken wurden auf die Bedürfnisse des Ju-Jutsu abgestimmt und werden deshalb nicht zwingend genau so ausgeführt wie in der "Original-Budosportart", der sie entstammen.

Ju-Jutsu besteht aus folgenden Elementen:

  • Bewegungsformen
  • Falltechniken
  • Bodenkampf
  • Abwehrtechniken
  • Atemitechniken (Schlag- und Trittechniken)
  • Wurftechniken
  • Hebeltechniken
  • Sicherungstechniken
  • Nothilfetechniken
  • Waffenabwehr
  • Stockabwehr
  • Abwehr beweglicher Gegenstände (Rute, Kette)
  • Messertechniken

Ju bedeutet nachgeben oder ausweichen oder wörtlich "sanft", Jutsu "Kunst" oder "Kunstgriff".
Der Begriff Ju-Jutsu bedeutet somit in etwa "Sanfte Kunst". Ju-Jutsu ist also die Kunst, durch Nachgeben bzw. Ausweichen mit der Kraft des Angreifers zu siegen. Falls erforderlich, kann ein Angriff jedoch auch in direkter Form mit Atemi-Techniken (Schlag-, Tritt- und Blocktechniken) abgewehrt werden. Alle Angriffe können in harter oder weicher Form nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit angewendet werden.

Gürtelgrade

Schülergrade(Kyu-Grade)

6. Kyu - Weißgurt (Anfänger)

5. Kyu - Gelbgurt (Erwerb durch Prüfung)

4. Kyu - Orangegurt (Erwerb durch Prüfung)

3. Kyu - Grüngurt (Erwerb durch Prüfung)

2. Kyu - Blaugurt (Erwerb durch Prüfung)

1. Kyu - Braungurt (Erwerb durch Prüfung)

Prüfungen bis zum 3. Kyu werden meist im Verein durchgeführt. Die Prüfungen zum 2. und 1. Kyu werden in manchen Bundesländern auch noch im Verein, in anderen jedoch auf Landesebene durchgeführt. Grundsätzlich wird bei einer Prüfung zum 2. oder 1. Kyu ein zweiter, vereinsfremder Prüfer hinzugezogen. Häufig werden zwischen zwei Kyu-Graden Abstufungen gemacht, wenn ein Ju-Jutsuka sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Es werden dann z.B. Weiß-Gelb-, Gelb-Orange- oder auch Orange-Grüngürtel vergeben. Diese werden ebenfalls durch Prüfungen erworben.

Meistergrade (Dan-Grade)

1. Dan - Schwarzgurt (Erwerb nur durch Prüfung / eine Verleihung ist nicht möglich)
2. Dan - Schwarzgurt (Erwerb durch Prüfung / eine Verleihung ist möglich)
3. Dan - Schwarzgurt (Erwerb durch Prüfung / eine Verleihung ist möglich)
4. Dan - Schwarzgurt (Erwerb durch Prüfung / eine Verleihung ist möglich)
5. Dan - Schwarzgurt (Erwerb durch Prüfung / eine Verleihung ist möglich)
6. Dan - Rot-Weiß-Gurt (Verleihung durch DJJV-Graduierungs-Kommission)
7. Dan - Rot-Weiß-Gurt (Verleihung durch DJJV-Graduierungs-Kommission)
8. Dan - Rot-Weiß-Gurt (Verleihung durch DJJV-Graduierungs-Kommission)
9. Dan - Rotgurt (Verleihung durch DJJV-Graduierungs-Kommission)
10. Dan - Rotgurt (Verleihung durch DJJV-Graduierungs-Kommission)

An einem Gürtelende können Streifen zur Unterscheidung der Dan-Grade getragen werden. Dies ist jedoch nicht vorgeschrieben.

Es ist auch möglich, Rot-Schwarz anstatt Rot-Weiß zu tragen.

[Quelle: Artikel Ju-Jutsu. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. Mai 2007, 06:31 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ju-Jutsu&oldid=31754355 (Abgerufen: 19. Mai 2007, 09:14 UTC)wikipedia]

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